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5 Trends für software-basiertes Business von Autoherstellern und OEM

Software + Elektronik
5 Trends für software-basiertes New Business von Autoherstellern und OEM

Moderne Autos kombinieren auf dem Weg zum autonomen Fahren Sensortechnologie, Fahrerassistenzsysteme (ADAS), Echtzeit-Konnektivität und Infotainment-Elemente – all das wird durch Software gesteuert, um ein sicheres und komfortables Fahrerlebnis zu bieten. Die Möglichkeit, automobile Funktionalität zunehmend auf der Basis von Software bereitzustellen, erlaubt es Autoherstellern und OEMs, den Verbrauchern viele ihrer Innovationen einfach im Abonnement anzubieten. Intellias hat fünf Bereiche identifiziert, wo Autoherstellern und OEMs mit software-basierter Innovation im Abo neue Einnahmequellen winken.

Oleksandr Odukha, Vice President Delivery, Mobility, IntelliasGmbH, Berlin

Inhaltsverzeichnis

1. Trend 1 – Advanced Driver-Assistance Systems (ADAS)
2. Trend 2 – Intelligente Routenplanung und HD-Maps
3. Trend 3 – Intelligente Steuerung von IVIs
4. Trend 4 – Zahlungen und Handel im Auto
5. Trend 5 – Eingebettete Autoversicherung
6. Automobile Innovationen per Abonnement

Fahrzeuge werden heute schon für assistiertes und automatisiertes Fahren und für attraktives Infotainment mit Hochleistungsrechnern ausgestattet. Intelligente Sensoren sind in der Lage, umfangreiche Daten aus der realen Umgebung und den angeschlossenen Systemen erfassen und verarbeiten. Die E/E-Architekturen werden ausgereifter und erlauben eine software- statt hardware-basierte Bereitstellung von ADAS-Funktionen und Infotainment-Diensten. Diese Entwicklung von hardware-basierter zu software-basierter Funktionalität im Auto erlaubt Autoherstellern und OEMs neue Business-Modelle und Einnahmequellen. Infotainment- und ADAS-Komfortfunktionen sind bei Verbrauchern gefragt und ermöglichen OEMs aufgrund geringerer Vertriebskosten und kürzerer Kaufzyklen – im Vergleich zu hardware-basierten Produkten – neue und höhere Umsätze. Autofahrer profitieren dabei von der Flexibilität, innovative Fahrfunktionen einfach und flexibel im Abo zum Auto hinzubuchen und nutzen zu können. Intellias hat fünf Bereiche identifiziert, wo Autoherstellern und OEMs mit software-basierter Innovation im Abo neue Einnahmequellen winken.

Trend 1 – Advanced Driver-Assistance Systems (ADAS)

Selbst wenn autonomes Fahren den Zielhorizont für die Automobilindustrie markiert, legen Verbraucher aktuell mehr Wert auf Sicherheit als auf selbstfahrende Fahrzeuge. So zeigen beispielsweise laut einer Umfrage der American Automobile Association (AAA) 77% der Amerikaner mehr Interesse an verbesserten Fahrzeugsicherheitssystemen als an vollständig autonomen Fahrzeugen. Dazu gehört zum Beispiel die Adaptive Cruise Control, die die Fahrzeuggeschwindigkeit in Echtzeit den äußeren Bedingungen anpasst. Sie erhöht heute schon die Sicherheit für die Fahrenden, markiert aber technologisch gleichzeitig den Übergang vom assistierten zum autonomen Fahren.

Die Automobilindustrie hat dabei Autonomiestufe 3 im Blick, die nicht nur ein wichtiger Meilenstein ist, sondern auch den Weg ebnet für die sichere Bereitstellung von mehr Unterhaltungsdiensten für Fahrer und Passagiere. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, ADAS-Systeme zu verbessern, neue Funktionalität auf Softwareebene zu implementieren und als Abonnement anzubieten – dazu gehören zum Beispiel Sicherheits- und Komfortfunktionen wie Einparkhilfe, autonome Notbremsung, Nachtsichtgeräte, Systeme zur Erkennung des toten Winkels oder Seitenwindstabilisierung, die bei Verbrauchern sehr gefragt sind.

Trend 2 – Intelligente Routenplanung und HD-Maps

Auch bei Navigationsfunktionen wünschen sich viele Verbraucher Verbesserungen, die Anbieter im Abonnement-Modell bereitstellen könnten. Für verbesserte Navigationsfunktionen wie aktuelle Informationen über Verkehrsstaus und vorgeschlagene Alternativrouten, Vorschläge für sicherere Routen (zum Beispiel zur Vermeidung unbefestigter Straßen) und Aktualisierungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Vermeidung möglicher Kollisionen können sich viele sogar ein Zusammenarbeit mit OEMs vorstellen. So ergab die 2022 Global Automotive Consumer Study von Deloitte, dass weltweit mehr als die Hälfte der Autofahrer bereit ist, ihre Fahrzeugdaten im Tausch gegen andere Daten weiterzugeben. Gerade Besitzer von Elektroautos und potenzielle Neueinsteiger wünschen sich aufgrund verbreiteter „Reichweitenangst“ eine intelligente Routenplanung, die beispielsweise No-Return-Szenarien vermeidet. Smarte Navigationsfunktionen für E-Mobilität sind also gefragt und deshalb im Abo-Portfolio von OEMS zu erwarten.

Darüber hinaus wird HD-Mapping gepaart mit höchster Konnektivität deutlich an Bedeutung gewinnen, denn sowohl assistiertes als auch autonomes Fahren braucht hochauflösende 3D-Karten, um den Fahr- und Navigationsprozess zu steuern und zu optimieren. Detaillierte Kartensysteme helfen, Tunnelfahrten oder Funklöcher zu überbrücken, und unterstützen beispielsweise modernes Flottenmanagement durch Routenanpassungen in Echtzeit – Abo-Services, die sich für interessierte Fahrer und professionelle Business-Anwendungen lohnen können.

Trend 3 – Intelligente Steuerung von IVIs

In-Vehicle-Infotainment-Systeme (IVIs) profitieren heute schon stark von integrierter Konnektivität: Fast 95% der neuen Fahrzeuge sind vernetzt und bieten dem Fahrer eine Reihe von Diensten für Navigation, Diagnose und Unterhaltung. Moderne IVIs verfügen über breite Touchscreen-Displays, die eine Reihe von Handgesten auf dem Bildschirm und mehrere Benachrichtigungsmodi unterstützen. Luxusfahrzeuge kombinieren schon ein angeschlossene Mobilgerät, die Fahrzeug-Haupteinheit, das Head-up-Display und die Displays auf den Rücksitzen zu einem vernetzten System, das ablenkungsfreies Fahren unterstützt.

Viele Fahrer nutzen im Auto gerne die Sprachsteuerung, die aber wegen hoher Geräuschpegel oft Schwierigkeiten hat, Befehle zu erkennen. 76% der Anwender würden Sprachassistenten häufiger nutzen, wenn sie positive Erfahrungen mit ihnen gemacht hätten – so der Report „Voice on the go“ von Capgemini Research Institute. Neue KI-Modelle wie OpenAI Whisper arbeiten mit einer um 50% höheren Genauigkeit als frühere Modelle, können verschiedene Akzente besser erkennen und funktionieren auch bei starken Hintergrundgeräuschen. Auch hier sind Innovationen und neue Abo-Angebote zu erwarten.

Trend 4 – Zahlungen und Handel im Auto

Tanken oder Aufladen, Parken, Mautgebühren bezahlen – Autofahrer müssen oft zum Portemonnaie greifen. Aber nicht mehr lange, denn die Technologie für Zahlungen im Auto verbreitet sich. Die neuesten Fahrzeugmodelle verfügen bereits über BLE-, RFID- und NFC-Konnektivität. Viele haben auch eingebaute Geldbörsen, in denen – wie beim Smartphone – die Zahlungsmittel des Fahrers gespeichert werden können, so dass das Auto im Grunde zu einem Zahlungsgerät wird. Hier können OEMs nicht nur von Gewinnen aus den Transaktionen im Auto profitieren. Gleichzeitig ermöglicht ihnen die Zahlungsabwicklung im Auto, Informationen über die Fahrzeugbesitzer zu sammeln und ihnen dann personalisierte Angebote zu unterbreiten für das Tanken oder E-Laden, vernetztes Parken, für Fahrzeugwartung und -pflege oder Unterhaltungsdienste. Darüber hinaus kann der Zahlungsverkehr im Fahrzeug OEMs weitere Einnahmequellen rund um den Handel im Fahrzeug erschließen: die Bestellung von Essen zum Mitnehmen zum Beispiel oder die Buchung eines Hotelzimmers – viele Einkäufe können bereits im Auto getätigt werden.

Autovermieter, Mobilitätsdienste wie Car-Sharing oder Fahrzeugleasing-Unternehmen können mit eingebetteten Zahlungen den Bedienungskomfort für ihre Kunden erhöhen, weil Fahrzeuge dann genutzt werden können, ohne eine App zu installieren, online zu gehen oder ein Autohaus zu besuchen. Gemäß der Global Automotive Study 2022 von Simon-‧Kucher & Partners ziehen 52% der weltweiten Automobilkunden ein Abonnement für ihr nächstes Auto in Erwägung – auch deshalb ist es sinnvoll, der Entwicklung von Zahlungslösungen voranzutreiben, und naheliegend, sie als Abonnement anzubieten.

Trend 5 – Eingebettete Autoversicherung

Für die meisten Automarken ist die Versicherung bereits ein Standard-Upsell, der über die Autohäuser abgewickelt wird. Hier lässt sich der Vertriebskanal verlagern auf eine eingebettete Autoversicherung, die über das bordeigene Infotainment-System abgeschlossen werden kann. Solche eingebetteten Versicherungen sind ein technologiebasiertes Vertriebsmodell, das es den Versicherern ermöglicht, ihre Produkte über APIs verfügbar zu machen, die sich in Softwareplattformen von Drittanbietern – zum Beispiel des Auto-Betriebssystems – einbetten lassen. Auf dieser Basis kann auch der angebotene Versicherungsschutz flexibler gestaltet werden, da viele Versicherer inzwischen eine PAYD-Deckung (Pay-as-you-drive) auf der Grundlage der vom OEM bereitgestellten Telematikdaten unterstützen. Im nächsten Schritt lassen sich dann Kfz-Policen um präventive Versicherungskomponenten erweitern, die Fahrer für gutes Verhalten im Straßenverkehr, regelmäßige Fahrzeugwartung und rechtzeitige Wartung bei autorisierten Anbietern belohnen. Auf diese Weise können Versicherungsanbieter die Kundenzufriedenheit und -loyalität verbessern und gleichzeitig die Reibungsverluste bei der Schadensregulierung mit Versicherungspartnern minimieren.

Automobile Innovationen per Abonnement

Die vielfältigen Möglichkeiten, software-basiert automobile Innovationen einfach und bedarfsgerecht per Abonnement bereitstellen zu können, verschaffen Autoherstellern und OEMs Zugang zu neuen Geschäftsmodellen und Verbrauchern die Chance, modernste Funktionalität im Auto flexibel zu nutzen. (jg)

Mehr Informationen zu den Mobilitätslösungen von Intellias

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