Experten im Gespräch

Bequem und sicher soll es sein

Koen Reybrouck, Global Ride Technology Director, Tenneco, Belgien: „In den kommenden Jahren liegt das Hauptaugenmerk bei der Entwicklung von Fahrwerkssystemen auf der Verbesserung des Komforts“
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Tenneco ist mit einer Produktion von täglich 335 000 Fahrwerksstoßdämpfersystemen einer der weltweit größten Anbieter auf diesem Gebiet. Nachdem die Anstrengungen der letzten Jahre in der Entwicklung mehr in Richtung Sicherheit gegangen sind, liegt heute der Fokus auf Komfort. Damit will man nicht zuletzt der älter werdenden Fahrerklientel gerecht werden.

Wer ist Tenneco?

Reybrouck: Tenneco bietet Fahrwerks- sowie Abgas-Komponenten und -systeme für den Erstausrüstermarkt und Aftermarket. Das Unternehmen hat rund achtzig Produktionsstätten weltweit, die Kunden in mehr als einhundert Ländern beliefern. Den hohen technologischen Standard sichern vierzehn Entwicklungszentren. Im Erstausrüstermarkt bedienen wir mehr als fünfundzwanzig Fahrzeughersteller. Unsere Fahrwerkssysteme, zu denen Stoßdämpfer, Federbeine, Federn, komplette Module für die Kurvenstabilisierung, Elastomere und hoch entwickelte Elektroniksysteme gehören, befinden sich in den Modellen jedes bedeutenden Automobil- und Nutzfahrzeugs. Unsere Fahrwerkprodukte vertreiben wir weltweit hauptsächlich unter dem Markennamen „Monroe”, im Bereich der Abgassysteme sind das die Marken „Walker” und „Gillet”.
Welche Rolle spielt bei ihnen der F&E Bereich?
Reybrouck: Aufgrund unseres starken Wachstums haben wir in den letzten Jahren sehr viel in die Entwicklung investiert. Unser neues Entwicklungszentrum ist mit den modernsten Technologien für Entwicklung, Forschung, Simulation ausgerüstet. Dadurch konnten wir uns auf innovative Produktentwicklung konzentrieren und nach und nach mit neuen Technologien auf den Markt kommen wie den CES, dem DSI oder Kinetik-Antiwanksystemen.
Tenneco ist ein amerikanisches Unternehmen. Welche Bedeutung haben die deutschen Standorte?
Reybrouck: In Edenkoben befindet sich die Zentrale der Tochtergesellschaft Heinrich Gillet GmbH, die aus einem traditionellen deutschen Automobilzulieferunternehmen hervorgegangen ist, welches seit 1927 auf dem Gebiet der Abgassysteme bekannt ist. Hier sind heute vor allem die weltweite Technikzentrale des Bereichs Erstausrüster-Abgassysteme und dazugehörige Fertigungseinrichtungen angesiedelt. Im Gillet-Werk in Zwickau werden vornehmlich Abgassysteme für Nutzfahrzeuge gefertigt. Die Werke in Saarlouis, Ingolstadt und Hannover befinden sich in unmittelbarer Nähe von Fertigungsstätten großer Automobilhersteller wie VW, Ford und Audi. Durch die räumliche Nähe können die hohen Anforderungen moderner Fertigungs- und Zulieferer-Konzepte besser erfüllt werden.
Wohin entwickeln sich die Fahrwerkssysteme tendenziell?
Reybrouck: Während in den letzten Jahren die aktive Sicherheit von Fahrwerkssystemen stark verbessert wurde, liegt künftig das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung des Komforts zusammen mit Geräuschverhalten und Performance. Damit wird man der immer älter werdenden Kundenklientel gerecht. Ein anderes Thema ist der Leichtbau, der mit der geforderten CO2-Reduzierung einhergeht. In unseren Leichtbaudämpfern verbauen wir mehr und mehr Einrohrdämpfer und setzen leichte Materialien wie Aluminium und Kunststoff ein. Für die Verbesserung der Performance haben wir ein Kinetik-Antiwanksystem entwickelt, welches entgegen den gängigen Antiwanksystemen keine zusätzliche Energie verbraucht.
Mit welchen Neuheiten präsentieren Sie sich in diesem Jahr dem Markt?
Reybrouck: Zunächst hatten wir im Mai die Einführung eines Tellerfedereinlassventils (Disk Spring Intake, DSI). Es versetzt Automobilhersteller in die Lage, das Fahrwerk ihrer Autos besser abzustimmen und damit ein Fahrverhalten zu erreichen, welches einen optimalen Kompromiss zwischen Komfort und Gesamtfahrzeugakustik (NVH-Profil) bietet und gleichzeitig Langlebigkeit und beständige Dämpfungswirkung gewährleistet. Das DSI verwendet Eigenschaften des Einrohr-Ablassventilsystems in einem Zweirohrsystem als Kolbeneinlass. Anders als bei herkömmlichen Klemmeneinlass und gleitenden Einlasskonzepten ermöglicht das DSI die unabhängige Feinabstimmung der Einlasskraftstärke und -kraftrate und hält gleichzeitig das NVH-Profil unter Kontrolle.
Mit unserem „Kinetic H2 CES“ bieten wir ein verbundenes, passives, reaktives System, welches eine stufenlos geregelte Dämpfung und eine hohe Steifigkeit gegen Rollen mit verminderter Versteifung der Gelenke bewirkt. Die Belastung der Reifen in vertikaler Richtung wird besser ausgeglichen, was einen verbesserten Kraftschluss mit der Straße und eine optimierte Leistung ergibt. Die stufenlos geregelte Dämpfung arbeitet nach dem „Skyhook“-Prinzip für die Beherrschung der Karosserie mit zusätzlichen Algorithmen für den Ausgleich des Springens der Räder, für die Lenkung, die Bremsen und die Beschleunigung.
Tenneco über Albrecht Fehlig Comm.;
Telefon: 06021/371 674; E-Mail: albrecht.fehlig@t-online.de
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