Bosch arbeitet am automatisierten Fahren

Entspannt durch den Autobahnstau

Automatisiertes Fahren auf Autobahnen: Bosch entwickelt Funktionen, die das Fahrzeug auf Autobahnen selbsttätig bremsen, beschleunigen und lenken. Anfangs beschränkt auf Stausituationen, soll das automatisierte Fahren zunehmend mit immer höheren Automatisierungsgraden bei immer höheren Geschwindigkeiten möglich sein Bild: Bosch
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Autos werden im Stau zunehmend die Führung übernehmen – sie bremsen, beschleunigen und lenken ganz automatisch. Der Automobilzulieferer Bosch entwickelt die Technologien dafür.

Leistungsfähige Assistenzsysteme helfen dem Fahrer schon heute, sicherer und entspannter ans Ziel zu kommen. Sie halten die Geschwindigkeit und den Abstand, sie warnen vor Staus, und am Ziel helfen sie in Parklücken. Das Technologieunternehmen Bosch baut diese Unterstützung in den kommenden Jahren weiter aus. So sollen die Autos im Stau zunehmend die Führung übernehmen – das heißt sie bremsen, beschleunigen und lenken ganz automatisch. Dieser Stauassistent soll von 0 bis 50 km/h aktiv sein und damit den typischen Stop&Go-Verkehr abdecken.

Laut ADAC summierten sich die Staus 2011 allein in Deutschland auf insgesamt 405 000 km. „Der Stauassistent hilft, auch bei dichtem Verkehr möglichst entspannt ans Ziel zu kommen“, sagt Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control. Erste Ausbaustufen gehen voraussichtlich 2014 in Serie. In den Folgejahren wird die Funktion immer höhere Geschwindigkeitsbereiche und komplexere Fahrsituationen abdecken und eines Tages als sogenannter Highway Pilot ein vollautomatisiertes Fahren ermöglichen.
Bereits heute erkennt die Adaptive Cruise Control vorausfahrende Autos und passt Abstand und Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs daran an. Im Zusammenspiel mit dem ESP und ergänzt um eine Videokamera, die die Fahrspur erkennt, sowie um eine elektromechanische Lenkung entsteht die technische Basis für ein automatisiertes Führen des Fahrzeugs. Leistungsfähige Software errechnet nun die passenden Fahrbefehle für eine entspannte und sichere Fahrt.
Ein automatisches Wechseln der Fahrspur ist der nächste funktionale Schritt. Nötig hierfür sind zusätzliche Radarsensoren am Heck, die auch sich schnell nähernde Fahrzeuge erkennen, sowie eine sogenannte dynamische Navigationskarte. Über eine Mobilfunkanbindung kann diese immer über aktuelle Baustellen und Geschwindigkeitsbeschränkungen informiert sein. Und auch wenn der Fahrer weiterhin die Verantwortung für das Führen des Fahrzeugs trägt, kann er sich auf die Überwachung der Aktionen beschränken.
Bosch hat alle erforderlichen Komponenten und Sensoren im Portfolio
Neben dem ESP und der Elektrolenkung bietet Bosch auch alle Sensoren selbst an, die für die lückenlose Erfassung des relevanten Verkehrs nötig sind. Abhängig vom gesamten Funktionsumfang im Fahrzeug ist dies für die Fronterfassung entweder die Kombination aus Radarsensor und Monokamera oder alternativ eine Stereokamera. Im Bereich Radar hat Bosch mit dem LRR3 einen sehr leistungsfähigen Long-Range-Radarsensor, der mit einem Öffnungswinkel von bis zu 30 ° rund 250 m weit sieht. Deutlich kostengünstiger, da für die Anforderungen des Volumenmarktes ausgelegt, ist der neue Mid-Range-Radarsensor, der 2013 in Serie gehen wird. Er hat eine Reichweite von 160 m bei 45 ° Öffnungswinkel.
Neben der aktuellen Multi-Purpose-Kamera mit einem Sensorelement hat Bosch eine Stereo-Videokamera entwickelt, die mittels zweier Sensoren räumlich sieht. Damit lassen sich die Entfernung und die Bewegungsrichtung von Objekten exakt ermitteln. Beide Sensorkonfigurationen ermöglichen zudem eine umfassende vorausschauende Notbremsung. Das Beobachten des rückwärtigen Verkehrs übernehmen zwei angepasste Mid-Range-Radarsensoren, die mit einem Öffnungswinkel von jeweils 150 ° bis zu 100 m weit sehen. Die Ultraschallsensoren der Einparkhilfe schließlich unterstützen die Fahrzeugführung im Nahbereich.
Automatisierungsgrad steigt weiter
„Das vollautomatisierte Fahren kommt schrittweise“, ist Steiger überzeugt, und bringt damit die weiteren Entwicklungsschritte auf den Punkt. So wird anfangs ein Fahren auf Autobahnen mit immer höheren Automatisierungsgraden bei immer höheren Geschwindigkeiten möglich sein, bis der Highway Pilot die Fahrt von Zufahrt bis Ausfahrt völlig selbstständig übernimmt. Größte Herausforderung bleibt einerseits der Innenstadtverkehr, wo unterschiedliche Verkehrsteilnehmer aus allen Richtungen bei der Fahrzeugführung berücksichtigt werden müssen, sowie die erforderlichen Konzepte zur funktionalen Absicherung der Systeme, damit sie in allen Situationen zuverlässig arbeiten.
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