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Komponenten- und Systemtests von Phoenix Testlab für die Automobilindustrie

Prüfungen von Automotive-Komponenten
Komponenten- und Systemtests von Phoenix Testlab für die Automobilindustrie

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Neue Techniken wie Elektroantrieb, autonomes Fahren und der Leichtbau erfordern sehr umfangreiche Komponenten- und Systemtests. Die Phoenix Testlab GmbH, Blomberg, will mit neuen Test- und Prüfkapazitäten ihre Kunden bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder unterstützen, sagt Geschäftsführer Dr.-Ing. Holger Altmaier.

Interview: Jürgen Goroncy, freier Mitarbeiter der KEM Automobilkonstruktion, Besigheim

KEM Konstruktion: Womit beschäftigt sich das Unternehmen Phoenix Testlab?

Altmaier: Phoenix Testlab prüft und zertifiziert technische Produkte. Die Prüfungen und Tests finden in unseren akkreditierten Laboren zentral am Standort Blomberg statt. Wir führen zum Beispiel technisch-physikalische Prüfungen an Automotive-Komponenten wie Airbags, Steuergeräten, Lithium-Ionen-Batterien oder auch Lenkrädern durch. Für andere Industriebranchen testen wir Elektroantriebe, Frequenzumrichter und ebenfalls Steuergeräte, aber auch Ballastwasseranlagen für Schiffe. Unser Testspektrum ist dabei sehr groß: EMV, Vibration, Funk, Klima, Korrosion, elektrische Gerätesicherheit – um nur ein paar Disziplinen zu nennen. Wir testen aber nicht nur, sondern erledigen auch regulatorische Zulassungen für funktechnische Einrichtungen nach weltweiten Standards. Das können Keyless-Entry-Systeme für Fahrzeuge sein, klassische Funkgeräte, aber auch eine Bluetooth- oder WLAN-Schnittstelle in einer Kaffeemühle.

KEM Konstruktion: Welchen Stellenwert nimmt bei Phoenix Testlab das Automotive-Geschäft ein?

Altmaier: Wir generieren etwa zwei Drittel unseres Umsatzes mit Automotivekunden.

KEM Konstruktion: Phoenix Testlab feierte 2019 sein 25-jähriges Jubiläum. Was waren die wichtigsten unternehmerischen und technischen Meilensteine?

Altmaier: Anstoß war die EU-Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit ab 1989, die besagt, dass alle elektrischen und elektronischen Komponenten elektromagnetisch verträglich sein müssen. Damals entstand ein ungeheuer großer Test- und Prüfbedarf, dem Phoenix Testlab sein Entstehen verdankt. Bis 1996 waren wir hauptsächlich mit EMV-Prüfungen für industrielle Automatisierungssysteme befasst. Danach haben wir uns zu einem integrierten Prüfdienstleister weiterentwickelt mit zusätzlichen Laboren für Umweltsimulationsprüfungen, für Funkeinrichtungen und für Tests zur elektrischen Gerätesicherheit. Ab 1998 übernahmen wir als ein privater Dienstleister sukzessive von Behörden die regulatorische Zulassung von funktechnischen Anlagen für die Märkte Europa, USA, Kanada und Japan. 2005 begannen wir mit ersten Tests von Lithium-Ionen-Batterien in Automobilen. 2015 schließlich gründeten wir unser erstes Tochterunternehmen in Taiwan zur regulatorischen Zulassung von funktechnischen Anlagen.

KEM Konstruktion: Planen Sie die Gründung von weiteren Standorten?

Altmaier: So langsam geraten wir am Standort Blomberg an unsere räumlichen Grenzen. Für weiteres Wachstum wäre ein zweiter Standort erforderlich – der wäre dann in Deutschland. In Asien ist der Markt für Prüfdienstleistungen sehr hart umkämpft, dort sehen wir als Mittelständler keine Chancen, ein eigenes Prüflabor aufzubauen.

KEM Konstruktion: Welche Meilensteine stehen kurz und mittelfristig an?

Altmaier: Kurzfristig müssen wir – wie die meisten Unternehmen – die Auswirkungen der Corona-Krise gut überwinden. Derzeit lassen sich die Folgen bei unseren Kunden nur schwer absehen, weshalb auch wir unsere kurzfristigen Ziele an der Situation anpassen. Mittel- bis langfristig steht die Erweiterung unserer Prüflabore im Vordergrund. Damit wollen wir das Problem von steigenden Lieferzeiten beseitigen, da wir in der Vergangenheit schon Kundenaufträge mangels weiterer Prüfkapazitäten ablehnen mussten. Seit Anfang letzten Jahres haben wir die Labore für EMV-, Funk- und Umweltsimulationsprüfungen sowie Batterietests erweitert und bauen die Prüfgewerke auch jetzt noch aus. In neuen Klimakammern und Schwingprüfanlagen können wir größere Prüflinge (bis drei Tonnen) als bisher testen, außerdem entsprechen sie den aktuellen Prüfvorschriften und Spezifikationen. Insgesamt benötigen die neuen Labore zusammen eine Anschlussleistung von sieben Megawatt und bieten etwa 3400 qm2 neue Betriebsfläche.

KEM Konstruktion: Was sind die aktuellen wirtschaftlichen Kennzahlen?

Altmaier: Wir erzielten 2019 mit gut 190 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 23 Mio. Euro. In diesem Jahr ist aufgrund der noch anhaltenden Corona-Krise zum derzeitigen Zeitpunkt keine verlässliche Prognose möglich. Wir erhalten noch immer reichlich Anfragen, nehmen gleichzeitig aber auch wahr, dass einige unserer Kunden nicht prüfen können, da der Einkauf mit einem Fuß auf der Kostenbremse steht. Allerdings nutzen manche Unternehmen die Krise auch als Chance, um jetzt ihre Innovationen schneller voranzutreiben. Da auf der einen Seite geplante Prüfungen geschoben werden, tun sich kurzfristig Zeitfenster auf, die von anderen Kunden genutzt werden können. Wir haben als Dienstleister für beide Positionen Verständnis und handeln flexibel.

KEM Konstruktion: Wie entwickelt sich das Prüfgeschäft für Elektrofahrzeuge?

Altmaier: Neben Lithium-Ionen-Batterien testen wir inzwischen auch die Antriebe auf EMV, Lebensdauer und Umwelteinflüsse. Das umfasst die eigentlichen Elektromotoren sowie die Frequenzumrichter. Außerdem prüfen wir die Ladestecker samt integrierter Elektronik unseres Schwesterunternehmens Phoenix Contact E-Mobility. Bei den Lithium-Ionen-Batterien konzentrieren wir uns derzeit auf Lebensdauerprüfungen. Ein interessantes ergänzendes Prüffeld wären Zerstörungsprüfungen, bei denen die Batterien gequetscht, überladen, überlastet oder mit Feuer beaufschlagt werden. Allerdings würden wir uns dabei auf die Messung der technisch-physikalischen Parameter beschränken. Für chemische und Materialanalysen arbeiten wir mit Partnern zusammen. Perspektivisch müssen wir uns mit dem Thema Brennstoffzellentests auseinandersetzen. Der Charme an der Geschichte ist, dass wir diese Technik mit bestehenden Prüfständen und nur leichten Modifikationen testen können. Eigentlich warten wir nur darauf, dass unsere Kunden intensiver in diese Technik einsteigen.

KEM Konstruktion: Sind die Prüfungen für Automotive-Kunden anders als die Tests für den allgemeinen Industriebereich?

Altmaier: Absolut. Die Prüfspezifikationen für Automotive-Komponenten sind wesentlich umfangreicher und schärfer. Beispielsweise sorgen die Leichtbauziele für maximal „abgespeckte“ Komponenten, die nur noch die absolut notwendigen Lebensdauerreserven aufweisen. Diese „optimierten“ Produkte müssen Sie sehr intensiv prüfen, um ihre Serienreife bestätigen zu können.

KEM Konstruktion: Stichwort Leichtbau: Wie stellt sich Phoenix Testlab auf diesen Trend ein?

Altmaier: Wir haben einige Kunden, für die wir Strukturanalysen (Schwingprüfungen, mechanische Schockprüfungen) an Komponenten vornehmen. Wir denken darüber nach, zu unseren dreiachsigen elektrodynamischen Schwingprüfanlagen weitere abgestimmte Prüfstände anzuschaffen. Solche Anlagen sind auch zum Testen von Batteriegehäusen interessant, da diese noch ein großes Gewichts-Einsparpotenzial haben, aber dennoch robust über die Lebenszeit bleiben sollen.

KEM Konstruktion: Und beim autonomen Fahren?

Altmaier: Hier konzentrieren wir uns auf die Komponentenebene. Zum Beispiel prüfen wir die Stereokamerasysteme auf EMV, was nicht so trivial ist, da wir bei der Prüfung immer mit bewegten Bildern operieren müssen, aber auch Radarsensoren und entsprechende Steuergeräte.

Details zu Prüfungen für die Automobilindustrie von Phoenix Testlab:

hier.pro/FT0iE

Kontakt:

Phoenix Testlab GmbH
Königswinkel 10
32825 Blomberg
Tel. +49 5235 95 00–0
office@phoenix-testlab.de
www.phoenix-testlab.de


Dr.-Ing. Holger Altmaier, Geschäftsführer, Phoenix Testlab GmbH
Bild: Phoenix Testlab

„Neben Lithium-Ionen-Batterien testen wir inzwischen auch die Antriebe auf EMV, Lebensdauer und Umwelteinflüsse. Außerdem prüfen wir die Ladestecker samt integrierter Elektronik unseres Schwesterunternehmens Phoenix Contact E-Mobility.“

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