Audi setzt auf Projection Mapping

Schnell die richtige Entscheidung treffen

Anzeige
Dreidimensionale Modelle helfen dabei, Fahrzeugmodule wie den Vorderwagen optisch und/oder technisch zu beurteilen. Als kostensparendes und flexibles Verfahren hat sich sogenanntes Projection Mapping herausgestellt, das auf 3D-Lichtprojektionen basiert. Audi nutzt die Vorteile dieses innovativen Verfahrens und wird dabei von CSI, einem Entwicklungspartner der Automobilindustrie, unterstützt.

Der Autor: Peter Klingauf, Journalist in Augsburg

Was mit der Skizze eines Automobildesigners beginnt, mündet im Idealfall zuletzt in einem realen Fahrzeug. Dazwischen liegen zahlreiche Entwicklungsphasen, in denen unter anderem Optik und Technik zueinander geführt werden. Dreidimensionale Darstellungen gelten hierbei als unabdingbar. Dementsprechend werden von den jeweiligen Entscheidungsträgern der Automobilindustrie zahlreiche Modelle in Auftrag gegeben, die unterschiedlich mit Farben gestaltet und mit Folien bezogen werden. Ein gutes, wenn auch teures Verfahren, das sich lange Zeit als einzige Möglichkeit der sicheren Beurteilung etabliert hat.
Seit einigen Jahren experimentieren nun Ingenieure der Branche mit optisch ausgefeilten 3D-Lichtprojektionen und haben damit inzwischen großen Erfolg. Auch Audi investiert in das Verfahren, an dem Mike Herbig, bei Audi aktiv im Bereich Vorentwicklung/ Innovationen, seit nunmehr zwei Jahren gemeinsam mit CSI-Ingenieuren arbeitet. Viele gute Ideen dazu sind im Konzeptstudio des Entwicklungsdienstleisters CSI bereits entstanden.
Die Grundlage bildet stets ein neutrales Modell in weißer Grundfarbe, das sich von bisher üblichen, „normalen“ Modellen in einigen Details unterscheidet. „Das von uns verwendete Modell hat zum Beispiel gerundete Kanten und weniger stark ausgeprägte Geometrien“, beschreibt Mike Herbig. „Das ist insofern wichtig, weil die verschiedenen Bauteilumfänge, designtechnische Ausprägungen und etwaige Farbvarianzen nicht als Hardware, sondern durch dreidimensionale Lichtprojektionen dargestellt werden. Harte Übergänge und konkrete Formen würden hier unsere Flexibilität unnötig stark einschränken.“
Kosten senken – Flexibilität erhöhen
Die für die Umsetzung der verschiedenen Ausstattungsvarianten und Optiken notwendigen komplexen Lichtprojektionen werden mit Hilfe einer neu entwickelten Software generiert. Als Basis nutzen Experten von Audi und CSI die vorliegenden CAD- und Package-Daten der Konstruktion. Diese werden um Vorgaben der verantwortlichen Designer, Entwickler und Führungskräfte ergänzt und schließlich über mehrere hochwertige Projektoren detailgetreu und mitbeliebigen, farbigen Konturen auf das Modell projiziert.
Was heute relativ komfortabel und schnell umsetzbar ist, forderte laut Mike Herbig in der Entstehung ein hohes Maß an Kreativität: „Es war hochanspruchsvoll, die jetzt zum Einsatz kommenden Programme zu generieren. Aber der Aufwand hat sich gelohnt, denn das System birgt ein deutliches Kosteneinsparpotenzial.“ Entscheidend hierfür: War es früher notwendig, für jede gewünschte Variante ein eigenes, teures Modell als Hardware herzustellen, so genügt heute ein einziges. Herbig ergänzt: „Zudem ist der Aufwand für die individuelle Gestaltung mit Folien etc. klar höher als die softwarebasierte Umsetzung der 3D-Lichtprojektionen.“
Damit verbunden sind weitere Vorteile: So lässt sich beispielsweise die darstellbare Variantenanzahl nahezu beliebig erhöhen. Diese hohe Flexibilität ermöglicht eine einfache und schnelle Absicherung verschiedener Ideen. So lassen sich in kurzer Zeit zahlreiche Versionen direkt miteinander vergleichen, was die Selektion eines optimalen Ergebnisses deutlich erleichtert. „Darüber hinaus können wir die eingesparte Zeit in vielfältiger Weise kreativ nutzen“, ergänzt Herbig.
Position-Tracking passt die Perspektive an
Inzwischen geht Audi gemeinsam mit CSI bereits den nächsten Schritt und setzt das sogenannte Position-Tracking ein. Hier gilt es, die projizierten Bauteilumfänge und Packages für Personen aus unterschiedlichen Sichtwinkeln proportionsgerecht darzustellen. Hilfreich ist das beispielsweise für einzelne Personen wie Designer oder Führungskräfte, die sich um das Modell herumbewegen. Sie sehen dann stets die zu ihrer Position passende Ansicht. Bei diesem, aus der Kunstszene bekannten Verfahren wird der Kopf der betrachtenden Person permanent sensorisch erfasst und getrackt. Die Daten dazu verarbeitet eine Software, die automatisch die perspektivisch passenden Bilder einspielt. jpk

Der Entwicklungspartner

PLUS

Die CSI Entwicklungstechnik GmbH ist Entwicklungspartner der Automobilindustrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Neckarsulm. Weitere Niederlassungen befinden sich in Ingolstadt, Sindelfingen, München, Wolfsburg, Zwickau, Weissach und Winterberg. Das Know-how des Dienstleisters kommt vor allem bei der Entwicklung kompletter Module für Oberflächen (Strak), Karosserie und Interieur zum Tragen. Spezialisiert auf den Produktentstehungsprozess der Automobilbranche, unterstützen die CSI-Teams auch durch Beratungsdienstleistungen, im Projektmanagement und mit einem Aus- und Weiterbildungsangebot.
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Video-Tipps

Unser aktueller Video-Tipp: BMW Studie Vision Next 100 - 100 Jahre BMW

Weiterbildung

Weiterbildungsangebote für den Konstruktions- und Entwicklungsingenieur

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de