Connected Car: optimierte aktive Sicherheit mit neuen Technologien

Der Fahrer lernt dazu, das Auto auch

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Durch die fortschreitende Entwicklung des semi-autonomen und autonomen Fahrens werden neue Sicherheitskonzepte und Fahrassistenzsysteme in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Richtig eingesetzt, können diese Technologien Leben retten. Doch es gilt, noch einige Hürden zu nehmen.

Der Autor: Axel Nix, Senior Director für die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen bei Harman

Im Jahr 2015 gab es laut Statistischem Bundesamt auf deutschen Straßen 366 448 Unfälle. Dabei waren nicht nur Autofahrer im Straßenverkehr, sondern oft auch ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Kinder oder auch Fahrradfahrer betroffen. 57 975 der oben genannten Unfälle sind etwa auf Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Ein- und Anfahren zurückzuführen. Im Jahr 2014 waren dem Statistischen Bundesamt zufolge außerdem 28 674 Kinder von Unfällen betroffen.
Auch wenn die Zahl der Unfälle in den vergangenen Jahrzehnten weiter gesunken ist, werden durch die fortschreitende Entwicklung des semi-autonomen und autonomen Fahrens neue Sicherheitskonzepte und Fahrassistenzsysteme in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Deshalb versuchen die Autohersteller mit neuen technischen Möglichkeiten und Funktionen, die Sicherheit ihrer Fahrzeuge kontinuierlich zu verbessern, obwohl sich diese bereits heute auf einem sehr hohen Niveau befindet.
Richtig eingesetzt, können diese neuen Sicherheitstechnologien Leben retten: Sehr genaue Sensoren nehmen gefährliche Situationen im Vorfeld wahr und reagieren schneller darauf, als es ein Fahrer je könnte. Das liegt daran, dass das Fahrzeug Objekte erkennen kann, die im Dunkeln oder weit entfernt sind und es Objekte bereits wahrnimmt, die sich erst um die nächste Kurve außerhalb der Sichtweite des Fahrers befinden.
V2V-Technologie warnt vor Gefahrensituationen
Auf dem Weg zum Autonomen Fahren sind jedoch noch einige Meilensteine zu meistern: Technologien wie DSRC, LTE und 5G sind noch in der Einführungsphase und es steht bisher noch nicht fest, welcher Standard sich letztendlich durchsetzen wird. Anfangs werden die Fahrzeuge noch hauptsächlich Informationen und Daten über die Fahrten sammeln, künftig werden unsere Autos aber auch miteinander kommunizieren: Mit Hilfe von Vehicle-to-Vehicle- (V2V) und Vehicle-to-Infrastructure- (V2I) Technologien transformieren sie schon bald zu miteinander verbundenen Informationsschnittstellen. Der Fahrer erhält hierbei wertvolle Informationen zu alltäglichen, aber auch außergewöhnlichen Verkehrssituationen, etwa Ampelschaltungen, unübersichtlichen Kreuzungen, Beschilderungen, Leitsystemen oder sich veränderten Straßenbedingungen. Somit kann er zuverlässig vor gefährlichen Situationen gewarnt werden, die er selbst noch gar nicht wahrnimmt.
V2V-Technologien halten aber noch mehr Möglichkeiten bereit: Sie sammeln Informationen über gefährliche Situationen und senden diese sofort in die Cloud. Der Cloud-Server erfasst die Beobachtungen der Fahrzeuge und teilt diese Informationen mit anderen Fahrern auf der Straße. Diese Funktion ergänzt die Advanced-Driver-Assistance-Systeme (ADAS) optimal – bei der Verwendung von beiden Systemen wird die Fahrsicherheit entscheidend erhöht, da der Fahrer frühzeitig über potenzielle Gefahrensituationen informiert wird und dementsprechend reagieren kann. Fährt ein Auto beispielsweise über eine Stelle mit Glatteis, kann es andere Fahrzeuge, die sich in der Nähe dieser Stelle aufhalten, frühzeitig warnen.
Datenanalyse für optimierte Reaktion
ADAS gibt es bereits heute in vielen Fahrzeugen. Den vollen Umfang der Möglichkeiten und Anwendungen dieser Systeme zu verstehen und einzusetzen, ist für die Industrie aber noch eine Herausforderung. Neue datenbasierte Technologien helfen den Herstellern, Lücken im System zu entdecken und diese zu beheben. Aktuell muss ein Fahrer vielleicht noch eingreifen, wenn ein Auto mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control, ACC) und Notbremsassistent nicht erkennt, dass vor ihm ein Auto bremst. Mit datenbasierten Technologien, die Milliarden von realen Anwenderdaten sammeln, wird das Auto jedoch aus der Reaktion des Fahrers lernen. Dies geschieht, indem Daten in die Cloud geladen werden und der Vorfall analysiert wird. Dadurch wird die Reaktion des Autos bei zukünftigen, ähnlichen Situationen verbessert und der Fahrer muss immer seltener eingreifen.
Sicherheit ist für Autohersteller naturgemäß eines der wichtigsten Themen überhaupt. Dies wird beispielsweise in der Zusammenarbeit von Harman mit den OEMs bei Navigationslösungen mit Augmented-Reality-Anwendungen deutlich. Bei dieser zeigt eine Kamera eine echte Straßenansicht, die um eine Augmented-Reality-Ansicht mit Straßennamen, Parkplätzen und Verkehrsampeln auf dem Flachbildschirm im Fahrzeug erweitert wird. Durch diese Kombination von Live-Videomaterial und zusätzlichen Informationen verbessert sich das Fahrerlebnis. Diese Lösung wird voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Jahre verfügbar sein.
ADAS sind in Deutschland bisher noch weniger verbreitet als in anderen Ländern – dennoch steigt die Nachfrage nach diesen Anwendungen immer stärker an. Laut einer McKinsey-Studie sind 72 % der Fahrer die wichtigsten Fahrassistenz-Systeme bekannt. Obwohl die Bereitschaft, diese das erste Mal auszuprobieren, noch gering ist, sind diejenigen, die sie bereits nutzen, sehr zufrieden: Neun von zehn Befragten geben an, diese Funktionen beim nächsten Autokauf erneut zu bestellen. Dabei spielt bei dieser Entscheidung der Sicherheitsaspekt für viele (32 %) eine große Rolle. Dieses wachsende Interesse eröffnet den Autoherstellern neue Möglichkeiten im Markt und erhöht die Chance für künftigen Innovationen. Die Verlässlichkeit und Fahrersicherheit im Connected Car wird immer weiter verbessert, wobei die permanente Überwachung der Systeme im realen Einsatz ein zentraler Bestandteil ist, um aus risikoreichen Situationen kontinuierlich zu lernen und diese künftig zu vermeiden.
Harman International, Stamford/Connecticut, www.harman.com/connected-car
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