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Staumeldung transparent machen

Offene Telematikplattform zur Übertragung von Fahrzeugdaten an ein Internetportal
Staumeldung transparent machen

Eine Onboard-Unit per Fahrzeug, zentrale Datenspeicherung und kundenindividuelles Webportal: Openmatics vereinfacht das Datenmanagement
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Für Komponenten für den Antriebsstrang und das Fahrwerk ist ZF bekannt. Der Markt der Telematik-Dienstleister ist für dieses Unternehmen völliges Neuland. Die Telematikplattform Openmatics soll den Fahrzeugkunden nicht nur die Diagnose und Disposition erleichtern, sondern dient auch als Nachrichten- und Werbeplattform.

Der Autor Jürgen Goroncy, freier Mitarbeiter der AutomobilKONSTRUKTION, erstellte den Beitrag nach Informationen der ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen

Telematik und Internet im Fahrzeug sind grundsätzlich nicht neu. ZF bietet mit der offenen Plattform „Openmatics“ jedoch ein System aus einer Hand an, das laut Thomas Rösch, Geschäftsführer der Openmatics s.r.o. von ZF, „verschiedene Funktionen übersichtlich bündelt. Genauer gesagt, ist Openmatics eine offene Telematikplattform zur Übertragung von Fahrzeugdaten an ein Internetportal und umgekehrt.“ Der Bedarf für diese Funktionen sei vorhanden, schließlich werde vermutlich jedes Fahrzeug in naher Zukunft eine eigene IP-Adresse und Internetverbindung haben.
Start im Linienverkehr
Starten wird Openmatics zuerst im städtischen Linienverkehr. Dort hängt der Kraftstoffverbrauch zu etwa 20 % vom sensiblen Gasfuß des Fahrers ab. Die Flottenbetreiber sind daher bestrebt, die Fahrer bestmöglich zu schulen. Openmatics liefert hier die notwendigen Grundlagendaten und bietet eine einheitliche Diagnoseplattform für alle Fahrzeuge des Fuhrparks. Zu späteren Zeitpunkten wird Openmatics auch Lkw, Baumaschinen, Landmaschinen und Schienenfahrzeugen zur Verfügung stehen. Profitieren können laut Rösch „im Grunde alle, die mit teurem Gerät operieren, das möglichst nicht ausfallen sollte. Hier sind detaillierte Zustandsdaten, Diagnosefunktionen und ein hoher Diebstahlschutz erforderlich. Eine weitere Zielgruppe sind Unternehmen, deren Produkte kein ausgewachsenes separates Telematiksystem rechtfertigen.“
Openmatics besteht im Wesentlichen aus einer Onboard-Unit im Fahrzeug, die von wichtigen Fahrzeugkomponenten Daten sammelt. Etwa Motordrehzahl, Temperaturen und Beschleunigungswerte. Diese Daten werden an das Webportal übertragen, dort ausgewertet und visualisiert. Meldungen werden dann im Portal angezeigt und/oder per SMS oder E-Mail direkt an den Flottenbetreiber geschickt.
Das ganze funktioniert auch in die andere Richtung. Beispielsweise können Stauinformationen in die Fahrzeuge gespielt werden, damit die Fahrgäste den Grund und die mögliche Länge der Verzögerung erfahren. Aber auch Nachrichten und Werbung sind auf diesem Weg möglich. Kommuniziert wird per GPRS (das heißt über UMTS- oder GSM-Netze) und WLAN. WLAN dient etwa der Einspielung neuer Werbeeinblendungen bei einem Stopp des Fahrzeuges im Depot. Per kostenpflichtigen GPRS werden während der Fahrt eher Nachrichten und dringende Informationen an den Fahrer übertragen.
ZF hat keinen Zugang zu den Daten
Herz der Onboard-Unit ist ein Intel Atom-Prozessor, das Hirn des offenes Linux-Betriebssystem „Mee-Go“. Oracle war ein Partner bei der Datenspeicherung. Die Daten werden zentral auf Servern abgelegt, zu denen die Anwender per Internet-Browser (PC oder mobile Endgeräte) und passwortgeschützt Zugang haben. „ZF als Mutterkonzern sind die Daten nicht zugänglich“, betont Rösch. „Wenn die ZF an Kundendaten interessiert ist, muss sie diese Daten von den Eigentümern, das heißt von den Openmatics-Kunden, kaufen.“ Der Openmatics-Kunde erhält die Onboard-Unit – ähnlich wie bei Handyverträgen – gratis. Für ein Software-Grundpaket, die Datenkommunikation und das Webportal bezahlt er eine monatliche Gebühr. Ein Fahrzeugbetreiber in Europa kann für Standardanwendungen mit etwa 60 € pro Fahrzeug und Monat rechnen. Der Kunde muss keine Serverhardware und Software installieren und kann dennoch von überall per Internet auf seine Daten zugreifen. Selbst die Updates sind schon in der monatlichen Gebühr inklusive. Weitere Funktionen sind auf einem separaten App Shop von ZF verfügbar und können dort – teils kostenlos, teils kostenpflichtig – heruntergeladen werden. Das System ist für alle interessanten Ideen offen. Partner können im Openmatics App-Shop eigene Anwendungen anbieten.
„Entscheidend wird sein, dass wir Openmatics mit den Telematiklösungen der OEM vernetzen und schnell viele Applikationen im Shop anbieten können – sowohl eigene als auch die von Drittanbietern. Ich erwarte etwa in drei bis vier Jahren die Wirtschaftlichkeit von Openmatics“, umreißt Rösch die mittelfristigen Planungen.
ZF; Telefon: 07541 77-23 50;
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