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Großer Informationsbedarf bei Kunden

Deloitte-Studie „Datenland Deutschland – Connected Car“
Großer Informationsbedarf bei Kunden

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Mehr als 16 Milliarden Euro investieren Unternehmen derzeit in vernetztes Fahren. Die Deloitte-Studie zeigt Nachholbedarf bei Bekanntheit, Leistungen und Systemen. Über 80 Prozent würden aber für Extra-Leistungen bezahlen. Für die Wahrung der Privatsphäre möchte die Mehrheit der Generation Y die Sicherheit, dass Daten nicht weitergegeben werden. Außerdem will sie wissen, welche Informationen zu welchem Zweck erhoben werden. Über die Hälfte der potenziellen Käufer hat noch nie etwas von Connected-Car-Services gehört – auch in der always-on-affinen Generation Y ist dieser Anteil erstaunlich hoch. Vielen Konsumenten ist nicht einmal bewusst, dass sie mit Navigations- und Infosystemen bereits vernetzte Angebote nutzen. Weniger als 10 % geben an, Connected-Car-Services einzusetzen. Beim Kauf spielen bisher noch traditionelle Aspekte wie Motorisierung, Verbrauch und Leistung die entscheidende Rolle. Knapp 40 % der Generation Y schauen auf diese klassischen Kriterien, bei den Älteren etwa 50 %. Es besteht jedoch Interesse: So wünschen sich bei den Jüngeren rund 35 % im nächsten Fahrzeug Connected-Car-Services, bei älteren Käufern immerhin 23 %.

„Wollen Hersteller und Service-Anbieter nicht ähnliche Schwierigkeiten wie bei der Elektromobilität provozieren, müssen sie Konsumenten mit der Connected-Technologie verknüpfen. Konkret heißt das: Die Bekanntheit der Angebote und ihrer Vorteile steigern, diese für Kunden erlebbar machen und verschiedene Bezahl- und Nutzungsmodelle anbieten. So kann die kritische Masse erreicht werden, die für den Durchbruch vernetzter Fahrzeuge erforderlich ist“, verdeutlicht Thomas Schiller, Partner Automotive bei Deloitte.

Generationsübereinstimmung beim Thema Sicherheit
Jeweils rund zwei Drittel würden Stau- und Spurwechselassistenten sowie Kollisionsschutzsysteme nutzen. Navigationsservices wie Routenplanung, Parkplatzsuche und Umgebungsinformationen sind für fast 50 % der Jüngeren relevant. Auch rund ein Drittel der Älteren sieht darin einen Mehrwert. Große Unterschiede gibt es hingegen bei Kommunikation, Entertainment und Fahrzeugmanagement. Zwischen 30 und 41 % der 18– bis 29-Jährigen möchten diese Angebote nutzen. Mehr als 40 % über 30 sehen im Unterhaltungsbereich hingegen keine sinnvollen Services.
Positiv für Hersteller ist, dass über 80 Prozent in beiden Gruppen für Extra-Leistungen bezahlen würden. Im Schnitt sind den Jüngeren die Angebote fast doppelt so viel wert. Für Sicherheits- und Komfortpakete würden sie monatlich bis zu 14 Euro ausgeben, bei den Älteren sind es bis zu 8 Euro. Vernetzte Wartungs- und Inspektionsleistungen sind den 18– bis 29-Jährigen bis zu 11 Euro wert, den Über-30-Jährigen 5 Euro. Für Navigationspakete bezahlen die Vertreter der Generation Y maximal 10 Euro, die anderen Generationen 6 Euro. Insgesamt könnten sich die Jüngeren vorstellen, bis zu 55 Euro im Monat extra aufzuwenden, die Älteren 29 Euro. Dies zeigt viel Potenzial für erweiterte Geschäftsmodelle. Anbieter müssen dabei beachten, dass beide Gruppen vielfältige Optionen für die finanzielle Abwicklung präferieren: von der Einmalzahlung beim Autokauf über Flatrates bis hin zu Pay-per-Use-Modellen.
Autonome Autos überzeugen
Connected-Services sollen Fahrzeuge zu selbst fahrenden Transportmitteln machen. Aus der Generation Y können sich 76 % vorstellen, solche Autos zu fahren. Bei der älteren Generation sind es fast 60 %. Vorteile bietet die Technologie vor allem durch eine bessere Fahrtzeitnutzung – von Unterhaltung und Erholung bis hin zum Arbeiten. Auch längere Mobilität und Unabhängigkeit im Alter spielen eine Rolle. Jedoch müssen zunächst technologische Fragen und Themen rund um Haftung und Rechtssicherheit gelöst werden.
Privatsphäre schützen
Hersteller müssen sich Fragen zu Datenschutz und Systemsicherheit stellen: Fast 60 % der Jungen sehen die Autofirmen beim Schutz ihrer Daten in der Pflicht, bei den Älteren ist es die Hälfte. Aktuell hält lediglich rund ein Viertel der Generation Y die persönliche Informationen für sicher – bei den anderen Generationen sind es sogar nur 16 %. Mehr als ein Viertel der Jungen sieht hingegen beim Datenschutz große Probleme, bei den Älteren sind es über 40 %. Beide Gruppen befürchten den Verkauf von persönlichen Informationen. Jeweils die Hälfte hat Angst davor, dass die Fahrzeuge gehackt werden, und macht sich Sorgen darüber, dass Daten über ihr Fahrverhalten gespeichert und weitergegeben werden – überdies befürchten beide Generationen unerwünschte Werbung.
Am ehesten trauen alle Altersklassen deutschen Herstellern einen vertrauensvollen Umgang mit persönlichen Informationen zu. Fast zwei Drittel der Jungen bewerten einheimische Marken positiv, bei den Älteren sind es fast 40 %. Amerikanische und asiatische Unternehmen genießen hingegen kaum Glaubwürdigkeit bei diesem Thema. Für die Wahrung der Privatsphäre möchte die Mehrheit der Generation Y die Sicherheit, dass Daten nicht weitergegeben werden. Außerdem will sie wissen, welche Informationen zu welchem Zweck erhoben werden. Etwas geringer fallen die Zahlen für die älteren Konsumenten aus, da sie solche Maßnahmen als weniger effektiv betrachten. Insgesamt wünschen sich alle mehr Transparenz und eine Garantie, dass Daten nicht weitergegeben und verknüpft werden.
Ähnliche Bedenken äußerten auch Teilnehmer aus den USA, UK und Australien im Rahmen einer ähnlichen Studie des Transportation Research Institute der Universität von Michigan.
Die komplette Studie steht bereit zum Download unter: www.datenland-deutschland.de
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