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Experten von Continental, IBM und Oracle über die Vorteile der Blockchain

Blockchain-Technologie
Experten von Continental, IBM und Oracle sehen Vorteile bei Sicherheit

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Mit der Bitcoin-Blockchain fing alles an – sozusagen als Ergebnis der Finanzkrise 2008 und dem Vertrauensverlust der Banken. Da auch für geschäftliche Transaktionen in anderen Branchen das Vertrauen in Sicherheit und Verlässlichkeit eine entscheidende Rolle spielt, steht die Technologie mittlerweile vor dem Durchbruch. In unserem Trendbeitrag erläutern Experten, warum insbesondere die Bereiche Mobilität und Logistik von der Blockchain profitieren werden.

Johannes Gillar, stellvertretender Chefredakteur KEM Konstruktion

Die Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft bringt nicht nur neue Technologien mit sich, sondern erfordert vielfach auch neue Geschäftsmodelle. Eine dieser Neuerungen ist die Blockchain-Technologie, die nach Meinung von Experten das Zeug dazu hat, in nur wenigen Jahren fast jede Branche fundamental zu verändern, unter anderem die Automobil- oder die Lebensmittelindustrie. Vor allem Themen wie Transparenz, Revisionssicherheit, effizientere Prozesse, Datenintegrität oder Cybersecurity gehören zu den Vorteilen einer Blockchain. Ganz neu ist das Prinzip der Blockchain allerdings nicht. Erste Grundlagen zur kryptografisch abgesicherten Verkettung einzelner Blöcke wurden bereits 1991 von Stuart Haber und W. Scott Stornetta beschrieben. Die Ursprünge der Blockchain liegen in der Kryptowährung Bitcoin. Im November 2008 publizierte eine unbekannte Person unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein technisches Konzept für digitales Bargeld unter dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System”. Im Jahr darauf wurde die erste Implementierung der Bitcoin-Software veröffentlicht und dadurch die erste öffentlich verteilte Blockchain gestartet.

Gerade durch die Nähe zu Kryptowährungen wurde und wird die Blockchain-Technologie in der Industrie aber bisher eher negativ wahrgenommen. Christian Pedersen, Chief Product Officer der IFS Deutschland GmbH & Co. KG, ist aber davon überzeugt: „2019 wird es der Blockchain zunehmend gelingen, dieses Image abzuschütteln und als das wahrgenommen zu werden, was sie wirklich ist: ein grundsolides und höchst vertrauenswürdiges Instrument für die Verifizierung von Produkten.“ Auch wenn der umfassende Durchbruch der Blockchain eher für die Jahre 2020 und 2021 zu erwarten sei, werde dieses Jahr der Grundstein für den endgültigen Durchbruch gelegt. Und somit werde 2019 auch die Zahl der erfolgreichen Blockchain-Anwendungsfälle steigen. Die Experten des Beratungsunternehmens Deloitte um Dr. Dirk Siegel, Leiter des Deloitte Blockchain Institute, nennen unter anderem Anwendungen in der Fischereiwirtschaft, der Automobil-, der Medien- und Telekommunikationsindustrie sowie dem Gesundheitswesen.

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Anwendung des Blockchain-Konzepts ist laut Deloitte-Experten die Logistik. In einem Bericht zum Thema beschreiben sie sechs Anwendungsfälle, in denen Blockchain in der Rindfleischindustrie in Irland genutzt werden kann. Dies umfasst Anwendungsfälle von der Sicherstellung der Grasfütterung der Rinder bis hin zum Aufzeigen der Rindfleischlieferkette für den Endverbraucher und der Zertifizierung von Herstellern.

Tranzparenz grundsätzlicher Vorteil

Warum ist ausgerechnet die Logistik so gut für die Blockchain-Technologie geeignet? Die Antwort darauf gibt Christian Schultze-Wolters. „Zu den grundsätzlichen Vorteilen der Blockchain gehört in Bezug auf die Lieferkette die Transparenz“, erklärt der Geschäftsbereichsleiter Blockchain Solutions DACH bei der IBM Deutschland GmbH, Berlin. So könne man in Echtzeit Informationen darüber erhalten, wo sich beispielsweise ein Container gerade befindet. „Das heißt nicht, dass heutige Logistikketten nicht funktionieren, aber wir können schneller, besser, kostengünstiger und effizienter werden“, macht er klar und verdeutlicht seine Aussage an einem Beispiel: „Ein Großteil der Logistikkette arbeitet immer noch Papier-gestützt und das ist teuer, ineffizient, erzeugt viele Medienbrüche und ist fehleranfällig.“ Eine papierlose Logistik helfe dabei, schneller, besser sowie effizienter zu werden und damit auch die Frachtkosten zu reduzieren. „Denn die administrativen Kosten für den Transport eines Containers sind doppelt so hoch wie die eigentlichen Transportkosten“, so Schultze-Wolters. Für Dr. Mathias Dehm, Leiter für Blockchain Technologien, Corporate Systems & Technology bei Continental in Hannover, ist der Vorteil der Blockchain ihre Fähigkeit, Daten und Transaktionen abzusichern. „Konkret für Logistik könnten das Lieferpapiere, Durchlaufzeiten in Transport-Hubs, Positionsdaten und Kapazitäten oder Verbrauchsdaten etc. sein, die sich nachvollziehbar und vor Manipulation geschützt von allen Beteiligten nachprüfen lassen.“ Verbesserungspotenzial in Lieferkette und Logistik bestehe heute vor allem dann, wenn es zu Fehlern oder Problemen kommt. Lücken im Informationsfluss und widersprüchliche Informationen zwischen den Partnern können laut Dehm sehr schnell hohen Aufwand für die Klärung der Situation bedeuten. „Das Hauptpotenzial der Technologie liegt darin, die heute isolierten Sichtweisen und Informationsflüsse in einer gemeinsamen Blockchain zu konsolidieren. Die dezentrale Natur der Technologie sorgt dafür, dass alle Teilnehmer gleichberechtigt zusammenkommen können und gleichermaßen für den Nutzen und Erfolg des Systems verantwortlich sind, während sie gleichzeitig die Souveränität über ihre Daten behalten“, betont er.

Revisionssichere Supply Chains

Auch Tobias Stähle, Sales Director SCM & PLM Applications bei Oracle Deutschland sieht in der Blockchain-Technologie eine grundlegende Innovation, die das Wirtschaftsleben in den kommenden Jahren transformieren wird. „In der Logistik ermöglicht die Blockchain, das Management von Supply Chains effizienter und revisionssicher zu machen. Anwender sehen auf einen Blick, wo entlang der Lieferkette Transaktionen stattfinden, wo sich Waren befinden und welche Handelspartner involviert sind“, erläutert er. Für Branchen wie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie das Transportwesen, aber auch für viele andere sei es wichtig, Zertifizierungen und die Einhaltung von Produktions- sowie globalen Handelsvorschriften zu gewährleisten. „Die Blockchain bietet hierfür ein geeignetes Mittel, da sie die Nutzer in die Lage versetzt, ein Netzwerk von Handelspartnern effizient zu verwalten, die wiederum selbst Teil eines verlässlichen Netzwerks in einer Lieferkette sind“, so der Logistik-Experte weiter. Wie erreicht man aber nun sichere Transparenz entlang einer Lieferkette? „Transparenz wird geschaffen, indem die Teilnehmer eines Blockchain-Systems Daten zur Verfügung stellen“, erklärt Schultze-Wolters und fährt fort: „Über die Blockchain-Technologie werden diese mittels sogenannter Hash-Algorithmen verschlüsselt, womit sie eindeutig und unveränderlich werden, sie können auch nicht gelöscht werden und alle Beteiligten können aufgrund von Schreib- und Leserechten, die jeder Teilnehmer mit Bezug auf seine eigenen Daten definiert, maximale Transparenz über ein Produkt in der Lieferkette erlangen.“ Oracle-Experte Stähle ergänzt: „Durch die Verwendung von Blockchains als gemeinsame und sichere Plattform können wir nicht nur den Endzustand eines Produkts sehen, sondern auch alle Transaktionen, die während der Entstehung des Produkts vorgenommen wurden – vom Rohstoff bis zum Endprodukt.“ So könne man sicherstellen, dass alle Eigentumsübertragungen ausdrücklich von den jeweiligen Verantwortlichen genehmigt wurden. Diese Transparenz helfe bei der Ermittlung der von Rückrufen betroffenen Parteien, bei der Lokalisierung fehlerhafter Chargen sowie beim Erbringen des Nachweises, dass ein Produkt nachhaltig gewachsen und / oder hergestellt wurde. „Einfach gesagt, wird jede Zustandsänderung, jeder Schritt in einem Prozess in Form von Transaktionen öffentlich protokolliert“, bringt es Continentals Blockchain-Experte Dehm auf den Punkt.

Blockchains reduzieren Kosten

Betrachtet man eine Lieferkette, geht es darum Waren von einem Ort A zu einem Ort B zu transportieren, was mit Kosten beziehungsweise Zahlungen verbunden ist. Blockchains können hier wie bereits erwähnt den administrativen Aufwand verringern und damit die Frachtkosten reduzieren. Dehm zeigt anhand eines Beispiels aus der Automobilindustrie einen weiteren Vorteil hinsichtlich der Kostenreduktion auf: „In unserer Industrie werden Bauteile zu Fahrzeugkomponenten und diese werden zu Fahrzeugen. Ein Auto besteht aus hunderten Komponenten und zigtausenden von Bauteilen. Wenn man nun Kenntnisse über all diese Teile und ihre Produktionsumstände hat und eindeutig nachvollziehen kann, welche individuellen Bauteile in welchen Komponenten in welchem Fahrzeug verbaut wurden, können zum Beispiel Rückrufe sehr viel gezielter und kostengünstiger durchgeführt werden.“ Für Oracle-Experten Stähle lassen sich die Kosten in der Logistik vor allem durch das Pflegen sogenannter Common Ledger senken. „Mithilfe der Blockchain können alle Beteiligten auf einen Auftrag und dazugehörende Dokumente zugreifen. Doppelte Arbeit kann durch das Pflegen der Common Ledger vermieden werden, mit dem sich intelligente Verträge verwalten und Prozesse drastisch rationalisieren lassen“, erklärt er. IBM-Experte Schultze-Wolters sieht darüber hinaus in der sogenannten Invoicing Efficiency eine zusätzliche Methode, um mittels Blockchain die Kosten entlang der Lieferkette zu senken. „Wir bieten unterschiedliche Invoicing-Module an. Dabei handelt es sich um Module, die wir mit der Basislösung Supply Chain/Logistik verbinden, komplettieren und erweitern können, um dann auch den gesamten darauf folgenden Zahlungsprozess, der aus einem Transport, aus einer Lieferkette heraus entsteht, zu optimieren“, erläutert er die Funktionsweise der Lösung. Denn analog zu den administrativen Kosten eines Transportes seien auch die zugehörigen Zahlungskosten unnötig hoch.

Das heißt, auch hier könne man für alle Beteiligten Synergie- und Effizienzgewinne erzielen, indem man den nachgelagerten Zahlungsprozess schneller, einfacher und effizienter gestaltet und damit die Zahlungsaufwände teilweise erheblich reduziert.

Fälschungssichere Zahlungsabwicklung

Zum Komplex Kosten gehört insbesondere im Bereich der Automobilität zudem, dass die Konnektivität zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur im Zusammenhang mit neuen Systemen, wie dem Fahren in Kolonnen, die Frage nach einer Abrechnung zwischen den Verkehrsteilnehmern sowie fälschungssicheren Möglichkeiten zur Zahlungsabwicklung aufwirft. „Eine große Herausforderung bei der Vernetzung von Fahrzeugen und der Infrastruktur ist die große Anzahl und Diversität der Teilnehmer – mobile Teilnehmer, statische Teilnehmer, leistungsbeschränkte Teilnehmer – die trotzdem verlässlich interagieren können müssen, ohne bereits vorher miteinander in Kontakt gekommen zu sein“, beschreibt Jürgen Schweiger, Leiter des Bereichs „Map & Parking“ im Geschäftssegment Intelligent Transportation Systems (ITS) bei Continental die Situation.

Und mit zunehmender Vernetzung treffen laut dem Branchenkenner immer häufiger Teilnehmer aufeinander, deren Hersteller oder Betreiber ebenfalls noch nie miteinander zu tun hatten.

Es müsse also ein einheitliches und allgemeingültiges System geben, über das sich alle Teilnehmer identifizieren und austauschen können. „Natürlich insbesondere, wenn Zahlungsvorgänge involviert sind und das Vertrauen in diese Zahlungen sichergestellt werden muss. Dass man mit der Blockchain-Technologie sichere Zahlungen realisieren kann, ist bekannt. Aber vor allem auf die Frage nach grundlegender Interoperabilität und Flexibilität bietet die Blockchain Technologie eine elegantere und effizientere Antwort als herkömmliche Technologien“, ergänzt er. „Ein einzelnes Datum stellt einen sehr kleinen Wert dar. Das liegt allein daran, dass Fahrzeuge so unglaublich viele Daten produzieren. Die Blockchain-Technologie bietet nun Möglichkeiten, Micropayments abzurechnen. Wenn Sie zum Beispiel Zehntel-Centbeträge überweisen wollen, sollten Sie das nicht mit dem Girokonto oder der Kreditkarte machen.“ Zulieferer ZF hat hier mit „Car eWallet“ eine Blockchain-basierte Mobilitätsanwendung entwickelt. Diese Technologie erlaubt es Fahrzeugen mit anderen Maschinen in Bezug auf technische Services zu interagieren und eigenständig verkehrsbezogene Services wie Park-, Maut- oder Ladegebühren zu bezahlen. Neben einzelnen Blockchain-basierten Lösungen setzen Anbieter von Blockchain-Technologie sowie Industrieunternehmen auch auf Blockchain-Plattformen.

Oder beteiligen sich wie der Automobilzulieferer ZF an Blockchain-Netzwerken wie der Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI), mit der die Teilnehmer den Mobilitätssektor mit geschützten, dezentralen Blockchain-Anwendungen effizienter, sicherer und kostengünstiger gestalten können.

Digitale Handelsplattform mit 150 Teilnehmern

So haben IBM und die Containerschiff-Reederei Maersk die Blockchain-basierte, digitale Handelsplattform Tradelens entwickelt und im Spätsommer 2018 in Betrieb genommen. Die Plattform ermöglicht es den Teilnehmern, sich über das gesamte Ökosystem der Lieferkette hinweg zu verbinden, Informationen auszutauschen und digital zusammenzuarbeiten. Die Mitglieder erhalten einen Überblick über ihre Daten, während sich die Fracht bewegt. So kann eine transparente, sichere und unveränderbare Aufzeichnung der jeweiligen Transaktionen erstellt werden. „Die Plattform ist nun ein dreiviertel Jahr in Betrieb und wir haben mittlerweile mehr als 150 Unternehmen, die weltweit mitmachen und dabei ganz verschiedene Rollen innerhalb der Lieferkette einnehmen“, berichtet Schultze-Wolters. „Wir haben mit den großen Reedereien, den Häfen, den Terminal-Operatoren und den Zollbehörden als Kernstück der Supply Chain im Seefrachtbereich begonnen.“ Nun baue man das Ökosystem aus in Richtung der Logistik- und Transportunternehmen sowie der sogenannten Shipper, also denjenigen, die die Aufträge platzieren beziehungsweise die Waren am Zielort empfangen. „Seit Mai 2019 sind neben Maersk auch die beiden großen Reedereien CMA/CGM und MSC dabei, seit Juli 2019 nun auch Hapag-Lloyd und ONE, dazu die israelische Reederei Zim. Insgesamt sind es mittlerweile 15 der größten Reedereien weltweit, davon 5 der Top 6“, so Schultze-Wolters. Das bedeute, man habe 60% der weltweiten Seefracht-Container-Kapazität bis Ende 2019 auf der Tradelens-Plattform. Und man befinde sich mit weiteren Reedereien in intensiven Verhandlungen.„In einem nächsten logischen Schritt arbeiten wir daran, Unternehmen vor allem aus der Fertigungs- und Automobilindustrie für Tradelens zu gewinnen“, gibt er einen Ausblick.

Dass dies gelingt, daran hat Schultze-Wolters keinen Zweifel, denn neben der Transparenz, „bietet die Plattform Unternehmen inhaltliche, prozessuale, wirtschaftliche und damit auch finanzielle Vorteile“.

Plattform für sichere, komfortable Mobilität

Continental hat zusammen mit Hewlett Packard Enterprise eine Blockchain-Plattform für Datenhandel entwickelt. Schweiger: „Mit unserer Data Monetization Platform ermöglichen wir neue digitale Dienste für sichere und komfortable Mobilität. Gleichzeitig unterstützt die Plattform Automobilhersteller bei der Vermarktung ihrer Fahrzeugdaten und bei der Differenzierung ihrer Marke.“ Für Continental liege der Fokus hinsichtlich Entwicklung und Vermarktung derzeit auf der Automobilindustrie. „Grundsätzlich ist die Data Monetization Platform aber nicht auf diese Branche beschränkt“, ergänzt er. Die Vorteile der Plattform liegen laut Schweiger unter anderem darin, dass jeder Teilnehmer die Hoheit über seine Daten behält, die vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten und die Nutzung von Kryptowährungen, um den Zahlungsverkehr, zum Beispiel bei sehr kleinen Gegenwerten wie etwa vom Fahrzeug erhobenen Daten, preiswert und effizient zu gestalten. „OEMs können Fahrzeughalter direkt in den Datenhandel einbinden – wie wir auf der IAA am Beispiel unserer Parkpocket-Anwendung zeigen werden“, nennt Schweiger einen weiteren Vorteil. Und auch die Blockchain-Technologie von Oracle ist bei ersten Kunden im Einsatz. „So versetzt unter anderem das Düsseldorfer Startup Retraced mithilfe von Oracle Blockchain-Technologie seine Kunden aus der Modebranche in die Lage, ihren Endverbrauchern ein Plus an Transparenz zu verschaffen“, sagt Stähle.

Eines dieser Unternehmen sei beispielsweise das Startup Cano Shoes, ein Anbieter von traditionell gefertigten mexikanischen Schuhen, die fair und nachhaltig hergestellt werden. „Das dies nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern auch tatsächlich passiert, können Kunden von Cano dank Retraced jederzeit völlig offen nachvollziehen“; so der Blockchain-Experte. Ein in den Schuhen integrierter NFC-Chip erlaube via App, einen detaillierten Einblick in die Wertschöpfungskette zu nehmen und zu prüfen, welche Rohstoffe genutzt wurden, wer die Schuhe gefertigt hat und wie diese zu ihnen gelangt sind. Die App gibt den Kunden laut Stähle dabei spannende Detailinformationen etwa darüber, wie viele Kilometer die Schuhe und ihr Rohmaterial während der Produktion zurückgelegt haben, woher die Rohmaterialien stammen und mit welchem Transportmedium diese fortbewegt wurden. „Mithilfe bequem skalierbarer Technologien und schlüsselfertiger Anwendungen wie ‚Intelligent Track and Trace‘ möchten wir von Oracle künftig weiteren Startups und Unternehmen die Möglichkeit bieten, Blockchain-Technologie ebenfalls einfach und gleichermaßen gewinnbringend für ihr Supply Chain Management zu nutzen“, fasst er zusammen.

Weitreichende Chancen für Mobilität und Logistik

Sicherlich: Noch gibt es eine Reihe mit der Blockchain verbundene, technische Herausforderungen. Die Nachteile der Technologie wie der hohe Energiebedarf, die Begrenzung der Blockgröße auf 1 Megabyte oder die Skalierbarkeit, um nur einige zu nennen, müssen gelöst werden. Auf der anderen Seite stehen die vielen Vorteile wie die Transparenz verbunden mit Pseudonymität, Hash-Funktionen oder die Netzausfallsicherheit sowie die Möglichkeit zur Automatisierung der Zahlungsprozesse. Darüber hinaus scheinen Blockchain-Technologien in Sachen Cybersecurity nach Meinung vieler Experten das Zeug zum ‚Stein des Weisen‘ zu haben. Insgesamt eröffnet die Blockchain-Technologie die Chance, die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen zu steigern. Insbesondere für die Bereiche Mobilität und Logistik ergeben sich – einem Gutachten des Fraunhofer FIT zufolge – weitreichende Chancen.

Details zum Thema Blockchain:

hier.pro/XXR2C

IAA 2019:

Continental AG: Halle 8, Stand A39

IBM Corporation: Halle 5, Stand B25

Continental Aftermarket GmbH

Helfmannpark 1

65760 Eschborn

Tel: +49 69 7603 9406

oliver.heil@continental.com

www.continental.com

IBM Deutschland GmbH

Französische Straße 24

10117 Berlin

Tel: +49–7034–15–6019schuwo@de.ibm.com

www.ibm.com

ORACLE Deutschland B.V. & Co. KG

Riesstraße 25

80992 München

Tel: 0180–2–672253

info_de@oracle.com

www.oracle.com/de


Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter Blockchain Solutions DACH, IBM Deutschland GmbH, Berlin
Bild: IBM

„Ein wesentlicher Mehrwert der Blockchain ist das Schaffen von Transparenz. Wir verfolgen bei IBM die Strategie des Einsatzes von sog. Private Blockchains, da diese im Gegensatz zu Public Blockchains u.a. für eine noch größere Transparenz sorgen. Hier wissen alle Teilnehmer im Detail, wer an der Plattformlösung partizipiert.“


Tobias Stähle, Sales Director SCM & PLM Applications bei Oracle Deutschland, München
Bild: Oracle

„Durch die Verwendung von Blockchains als gemeinsame und sichere Plattform können wir nicht nur den Endzustand eines Produkts sehen, sondern auch alle Transaktionen, die während der Entstehung des Produkts vorgenommen wurden.“


Jürgen Schweiger, Leiter des Bereichs „Map & Parking“ im Geschäftssegment Intelligent Transportation Systems (ITS), Continental AG, Hannover
Bild: Continental

„Der Einsatz von Blockchain-Technologie in unserer Data Monetization Platform beseitigt Hürden, die bisher einem gesicherten und transparenten Austausch von Daten im Weg standen. So ermöglichen wir neue digitale Dienste für sichere Mobilität.“



Dr. Mathias Dehm, Leiter für Blockchain Technologien, Corporate Systems & Technology, Continental AG, Hannover
Bild: Continental

„Der Vorteil der Blockchain ist es, ihre Fähigkeit, Daten und Transaktionen abzusichern. Konkret für Logistik könnten das Lieferpapiere, Durchlaufzeiten in Transport-Hubs, Positionsdaten und Kapazitäten oder Verbrauchsdaten sein, die sich von allen Beteiligten nachprüfen lassen.“


Info

So funktioniert die Blockchain

Rein technisch betrachtet, ist die Blockchain eine verteilte Transaktionsdatenbank. Das Besondere ist ihr Aufbau: Sie wächst, indem sich ein digitaler Block an den anderen hängt. Damit hat jeder Block genau einen chronologischen Vorgänger und einen chronologischen Nachfolger. Mehr Verbindungen zwischen den Blocks gibt es nicht, die Verknüpfungen mit dem vorangegangenen und folgenden Block sind allerdings unlösbar. Aus dieser digitalen Verkettung entsteht eine Liste, die die Werte ihrer Benutzer sowie sämtliche abgespeicherten Datensätze zu jedem Zeitpunkt dokumentiert: ein globales Transaktionsregister. Damit wird die Blockchain zu einem gewaltigen digitalen Datensatz, der chronologisch aktualisiert wird und Transferaktivitäten innerhalb eines Netzwerks von Teilnehmern – kryptographisch versiegelt – archiviert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Datenbanken befindet sich die Blockchain dabei nicht auf einem einzelnen Server, sondern liegt in riesiger Zahl identisch vor: Alle Teilnehmer des Netzwerks (sogenannte „Nodes“) besitzen eine vollständige, zu 100 Prozent identische Kopie der kompletten Blockchain in ihrem lokalen Speicher.

(Quelle: Deloitte Blockchain Institute)

hier.pro/3kw69

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