Ostdeutsche Automobilindustrie mischt im weltweiten Wettbewerb kräftig mit

August Horchs Erben

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Ostdeutschland ist einer der modernsten Automobil-Standorte Europas, denn rund 12 Milliarden Euro investierte die deutsche Automobilindustrie seit 1990 in der Region. Weltkonzerne errichteten hier Produktionsstätten: VW in der Nähe von Zwickau, Opel in Eisenach, BMW und Porsche in Leipzig sowie Daimler in Ludwigsfelde.

Bei den 1200 Hersteller-, Zuliefer- und Ausrüsterfirmen arbeiten in Ostdeutschland 130 000 Beschäftigte, und von Stagnation keine Spur: „Der Automobil-Standort Ostdeutschland wächst weiter“, freut sich Dr. Klaus Urbat, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ. „Modelle wie das 1er Cabrio von BMW, das künftig komplett in Leipzig gebaut wird, ziehen auch neue Zulieferer und -netzwerke an.“

Motor Sachsen
In Sachsen schlägt das Herz der ostdeutschen Autoindustrie: 56 % der Automobilbetriebe der Region sind hier angesiedelt, 58 % der Beschäftigten und 61 % des Umsatzes der Branche vereint der Freistaat. An zweiter Stelle: Thüringen mit 12,4 % der Unternehmen.
Zudem sind mitteldeutsche Automobilhochburgen Standorte mit Tradition: „Sachsen ist neben Baden-Württemberg die Wiege des deutschen Automobilbaus“, erklärt Dr. Claudia Scholta, Projektmanagerin der Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen (AMZ): 1901 startete Emil Nacke in Coswig den sächsischen Autobau, 1909 gründete August Horch in Zwickau die Audi-Werke und schuf eine Weltmarke.
„Die Stärke der mitteldeutschen Automobilbranche sind die Menschen mit ihrer Leidenschaft und exzellenten Qualifikation sowie die Veränderungsfähigkeit und Anlaufkompetenz für neue Produkte“, so Dr. Frank Löschmann, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Sachsen GmbH, „Hinzu kommt ein großes handwerkliche Können und sehr viel Motivation.“ Modulstrategie, technisch anspruchsvolle sowie qualitativ hochwertige Fahrzeuge stünden für die Region. Weitere Stärke sei die hohe Dichte an Forschungs- und Entwicklungspotenzial. So befassen sich allein in Sachsen rund 50 Forschungseinrichtungen mit dem Thema Automobil. Die TU Dresden richtete 1992 als erste deutsche Hochschule eine Professur für Kfz-Elektronik ein.
Mitteldeutschland sei ein guter Standort für Autobauer, glaubt Löschmann: „Inzwischen sind neben Volkswagen noch andere OEM hier ansässig. Die sich ergebenden Synergien machen den Standort für die Autoindustrie der Zukunft noch interessanter.“ Künftig werde eine engere Vernetzung stattfinden. Löschmann: „Lieferanten, Dienstleister, Unternehmen und Institutionen der Forschung und Entwicklung werden von den Vorteilen der Vernetzung und Orientierung durch die OEM profitieren.“ Gerade kleine Unternehmen ziehen Nutzen aus Vernetzung, Clusterbildung und gemeinsamer Produktentwicklung.
Auch in Zeiten der Globalisierung seien lokale Kompetenzen die Basis. Gerade bei Innovationsthemen ermöglichten sie Zusammenarbeit – „nicht nur wegen der örtlichen Nähe, sondern auch durch gleiche Sprache, gleiches Verständnis oder persönliche Beziehungen.“
Der Markt ist die Welt
Die Autoindustrie ist die exportstärkste Branche der neuen Bundesländer. In Sachsen verzeichnet sie eine Exportquote von rund einem Drittel. Die der ostdeutschen Automobilindustrie insgesamt stieg von 15 % 1999 auf 45 % in 2005. Den größten Teil trugen Kraftwagen- und Motorenhersteller bei: Ihr Anteil beim Auslandsumsatz betrug 70 %. „Im Zuge internationaler Arbeitsteilung und Globalisierung werden sich in Deutschland mittelfristig verstärkt Know-how orientierte Arbeitsplätze in der Wirtschaft halten können“, prognostiziert Dr. Frank Löschmann.
Die Zuliefermesse Z bietet der Branche vom 26. bis 29. Februar 2008 in Leipzig ein ideales Forum für Geschäfte und Austausch.
Leipziger Messe; Telefon: 0341/ 678 8090;
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