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Auf Herz und Nieren prüfen

Seit 2007 setzt Harman das Testsystem Dscope III von Prism Sound für die Audiotests im Prozess AFT ein
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Wer erinnert sich nicht an die Werksradios und Lautsprecheranlagen der 70er-Jahre? Ein Loch im Cockpit, Breitbandlautsprecher eingebaut und fertig war das Radio ab Werk. Seither hat sich viel getan. Die Ansprüche der Autofahrer an Audiosysteme sind stark gestiegen und heute ist fast jedes Fahrzeug mit hochwertigen Geräten ausgestattet. Doch vor dem Einbau müssen diese An- lagen auf Herz und Nieren geprüft werden.

Der Autor Arno Lücht ist Senior PR-Berater der Profil Marketing OHG, München

Audio-Analyzer dienen der Ermittlung der Audio-Eigenschaften, -Spezifikationen und -Parameter von Infotainment-Systemen. Eingesetzt werden sie unter anderem bei der Entwicklung von Lautsprechern, aber auch bei der Fertigungskontrolle von Audiogeräten in der Automobilindustrie. Hier unterliegen diese Tests jedoch besonderen Qualitätsanforderungen, denn die Erwartungen der Nutzer an die Eigenschaften der Infotainmentsysteme sind sehr hoch. Deshalb setzen zahlreiche Premium-Hersteller auf Harman, ein Unternehmen, das über eine lange Erfahrung bei der Entwicklung und Herstellung von elektrischen Audiosystemen, beispielsweise Radioempfänger mit CC/CD, Audio-Verstärker oder Navigationsgeräte verfügt.
Ausführliche, tiefgehende Produktionstests und Fertigungskontrollen sorgen bei Harman dafür, dass sämtliche Geräte in der gewünschten Qualität die Fertigungshallen verlassen. Am Ende der Entwicklungs- und Fertigungsprozesskette steht mit dem Automatic Final Test (AFT) ein Parametertest zur finalen Bewertung der Produkte. Dabei werden alle nach außen verfügbaren Schnittstellen auf die Einhaltung von Kundenvorgaben überprüft. Hierfür setzen die Audiospezialisten unter anderem Audiomessgeräte ein.
Seit 2007 nutzt Harman das Testsystem „Dscope III“ von Prism Sound für die Audiotests im AFT: „Es gibt nur wenig leistungsstarke Mess-Systeme auf dem Markt, die ein komplettes elektroakustisches System automatisch analysieren können“, erklärt Alexander Kopp, Senior Applications Engineer bei Harman. „Überzeugt hat uns vor allem die Gesamtleistung: Das System besticht durch Geschwindigkeit, Präzision und Kosteneffektivität“, erläutert er die Entscheidung.
Audiomessung mit Dscope III
Dscope III kann ein komplettes elektroakustisches System einschließlich aller Komponenten wie Lautsprecher, Mikrofone sowie integrierte analoge und digitale Verstärker analysieren. Ebenso lassen sich RDS-Funktionen (unter Verwendung eines externen HF-Modulators) sowie CD/DVD/Blu-Ray-Laufwerke inklusive Dolby Digital 6 DTS Decoder-Tests überprüfen.
Das System kommt in den Bereichen Service, Entwicklung und Qualitätssicherung für alle Messungen an digitalen und analogen Audiosignalen und dem AES/EBU-Trägersignal zum Einsatz. Durch seine spezielle Architektur ist es möglich, zahlreiche Messungen gleichzeitig durchzuführen – Multitone-Messungen stehen zur schnellen Erfassung zahlreicher Messwerte gleichzeitig zur Verfügung. Die Qualitäts- und Produktionstests können durch die individuell, auf jede kundenspezifische Lösung angepasste Automation und die speziellen Eigenschaften signifikant beschleunigt und vereinfacht werden.
Start in Deutschland
Der erste Produkteinsatz erfolgte in den deutschen Fertigungslinien. Im Laufe der Zeit wurden weitere Werke weltweit ausgestattet. Getestet werden diverse Produkte – vom Verstärker über Head-Units und Telematikbaugruppen bis hin zu Navigationsmodulen. Da diese Produkte meist mehr als zwei Kanäle haben, kommen zusätzlich spezielle Audio-Switcher zum Einsatz. Diese dS-Net I/O-Switcher – ebenfalls von Prism Sound – werden dabei von der Dscope Series III-Einheit unter Anwendung der dS-Net-Verbindung gesteuert. So können bis zu 16 Input- oder Output-Kanäle mit einem Gerät getestet werden. Mit der Dscope III-Software werden dabei Parameter wie Frequenzgang, Rauschabstand, Dynamikbereich, Klirrfaktor, Intermodulationsartefakte oder Stereo-Kanaltrennung untersucht.
Bevor das System bei Harman zum Einsatz kam, mussten jedoch noch einige Modifizierungen in der hauseigenen Testsoftware von Harman vorgenommen werden. So lagen andere Schnittstellen im Vergleich zum Vorgängersystem vor und auch die Treiber mussten umgestellt werden. „Wir wollten damit erreichen, dass unsere Anwendungstechniker keinen Unterschied zur vorherigen Lösung wahrnehmen und ohne zeitraubende Einführungen sofort mit dem neuen System arbeiten können“, so Alexander Kopp.
Für ein spezielles Projekt sollte das Multitone-Messverfahren verwendet werden. Den nötigen technischen Support erhielt Harman von der D!ME Medientechnik GmbH, die als Value-Add-Distributor für Lösungen im Umfeld digitaler Medien für den Vertrieb der Prism Sound-Produkte in Deutschland sorgt. „Die Experten von D!ME unterstützten uns hier schnell und äußerst kompetent“, so Kopp. „Auch für Schulungen hätten wir auf sie zurückgreifen können. Dies war aber nicht notwendig, da der Audio-Analyzer bei der Evaluierung von uns ausführlich unter die Lupe genommen wurde und wir somit unseren Kollegen das Arbeiten mit dem System vermitteln konnten.“
Mittlerweile sind 130 Dscope III-Einheiten in den Harman-Werken weltweit im Einsatz, darunter in Frankreich, USA, China, Ungarn und Deutschland. Die Anwendungstechniker zeigen sich zufrieden: „Dies ist nicht nur auf die gute Einbindung des Systems in die Produktionsumgebung zurückzuführen“, erklärt Kopp. „Auch der technische Support von D!ME und Prism Sound hat im Laufe der Zeit gezeigt, dass wir auf die richtige Lösung gesetzt haben.“ Künftig sind weitere Installationen in den Testsystemen von Harman, zum Beispiel in der mexikanischen Niederlassung, geplant.
D!ME; Telefon: 089 301848-0; E-Mail: info@dime.de
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